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Wandbespannung: sog. Perltapete



Wandbespannung: sog. Perltapete


Inventar Nr.: SM 7.1.127 - 147
Bezeichnung: Wandbespannung: sog. Perltapete
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: um 1720 - 1730 (?)
Objektgruppe: Tapeten / Leinwand
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Applikationsarbeit aus Atlasstiften und verschiedenen Stoffen wie Leinen, Seide, Samt, mit Ergänzungen aus Stickerei, Malerei in Deckfarben, Vorzeichnung, Leinenträger
Maße: 207 x 44 cm (Objektmaß)


Katalogtext:
Teilstück einer Wandbespannung aus dem Vorzimmer (Spielzimmer) im Damenbau der Löwenburg. Nordwand rechte Seite, zweite Bahn von links. (Unter dem Foto auf Altinventarkarte als Südwestwand bezeichnet.) Sogenannte Perltapete.

Bahn mit 5 hochrechteckigen übereinander angeordneten Bildfeldern. Dargestellt sind jeweils höfische Personen bei der Promenade in variierender Kostümierung, wobei die Moden verschiedener Länder (auch exotisch) vertreten sind. Die einzelnen Felder sind seitlich von Säulen gerahmt, über denen ein baldachinartiger, aus Volutenteilen und mittlerer Muschelform bestehender Abschluss das Bildfeld in flachem Segmentbogen begrenzt. Den unteren Abschluss bildet jeweils ein Bodenfeld aus schwarz-weißen Fliesen. Die Darstellungen der Bildfelder sind jeweils aus aufgenähten, aufgemalten und gestickten Teilen kombiniert. Inkarnat und Haare der Personen aus Papier mit Malerei in Deckfarben. Hintergrund der Darstellungen bilden Quadrate aus horizontal und vertikal aufgenähten Atlasstiften.
Die einzelnen Bildfelder von oben nach unten:
1. Zwei Damen in bodenlangen goldenen Kleidern mit braun-türkisen Borten.Jede Dame hält den Zipfel von einem Tuch in der Hand, die linke trägt eine goldene Haube. Zwischen ihnen ein Page in rot-schwarzem Anzug, der einen rot-goldenen Sonnenschirm trägt.
2. Drei Herren, der linke in höfischer europäischer Tracht, die beiden anderen in orientalischer Kleidung. Der mittlere trägt einen goldenen, der rechte einen braunen knielangen Rock, der in der Taille mit einer Schärpe gegürtet ist. Beide tragen goldene Stiefel. Der Herr in der Mitte trägt einen Turban und hält einen Wedel aus Federn hoch, der rechte stützt sich auf einen Spazierstock und hat an der Seite ein Schwert und im Gürtel einen Krummsäbel stecken. Er trägt eine flache Kopfbedeckung. Der linke Herr ist in goldene Stiefel, dunkle Beinkleider, gegürteten türkisen Rock und kurzen braun-türkisen Mantel gekleidet und stützt sich ebenfalls auf seinen Spazierstock. Sein Gesicht fehlt und ist nur durch die Vorzeichnung auf dem Leinwandträger zu erkennen.
3. Zwei Damen in bodenlangen, goldenen Kleidern mit türkisen bzw. braunen Borten, zu ihren Seiten zwei Pagen in gold-schwarzen Kleidern, von denen der rechte einen Sonnenschirm hochhält, die linke Dame trägt ihren Schirm selbst. In derselben Hand hält sie einen goldenen Fächer, in der anderen Hand einen kleinen goldenen Stoffbeutel. Die linke Dame trägt eine goldene Haube, die rechte eine türkise. Dem linken Pagen fehlt das Gesicht.
4. In der Mitte eine Dame, an ihren Seiten zwei Herren im Pofil, die sich ihr zuwenden. Die Dame trägt ein türkises Kleid, darüber einen goldenen Mantel und gefaltet über dem linken Arm ein türkises Cape, sowie einen türkisen Hut. Der Herr links trägt schwarze Beinkleider, ein helles Hemd und hat einen grünen Mantel umgeschlungen, darüber ein offener Spitzenkragen, Er trägt einen grünen Hut. Sein Gesicht fehlt. Der rechte Herr ist bekleidet mit schwarzen Beinkleidern, einem hellblauen Hemd und hat einen brauen Mantel umgeschlungen, an der Seite ein Schwert. Er trägt einen spitzen, dunklen Vollbart und einen schwarzen Hut mit blauem Band. Seine rechte Hand fehlt.
5.Zwei Damen in bodenlangen türkis-goldenen Kleidern und Mänteln mit aufgestickten Blumen und Ranken am Saum, jede hat eine kleine Stoffbeutel. Zwischen ihnen ein Page in schwarz-goldenem Anzug, der einen großen türkis-goldenen Sonnenschirm trägt. Das Gesicht der rechten Dame fehlt.

Die Bahn ist in neuen roten Samt eingefasst und mit den anderen Bahnen verbunden.
Die einzelnen Bahnen der Wandbespannung waren mit Leinenstoff hinterfüttert, an den roter Seidenstoff seitlich angenäht war, der auch lt. älteren Fotos zwischen den Bahnen sichtbar wurde. Neben den 17 Bahnen und 4 Einzelbildern in der Löwenburg gibt es noch zwei Bahnen in Bad Homburg im Vorrat.
Inv. Granados 11.2003




Letzte Aktualisierung: 03.11.2020


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